"Es hilft nichts, das Recht auf seiner Seite zu haben. Man muss auch mit der Justiz rechnen."

Dieter Hildebrandt

"Ihr gutes Recht" - ist ein sehr beliebter Werbespruch. Dennoch scheuen viele eine gerichtliche Auseinandersetzung, aus Sorge vor Gerichtsgebühren und Anwaltskosten.
Guter Rat kann, muss aber nicht teuer sein!

Kosten und Gebühren

Abrechnungsarten

Generell gibt es die Möglichkeit dreier verschiedener Abrechnungsarten:

  • Abrechnung nach Zeitaufwand
  • Abrechnung nach Gebührenverordnung (RVG)
  • Abrechnung nach Pauschalhonorar

Eine Beurteilung Ihres Falles sowie die für Sie günstigste Abrechnungsart werden wir mit Ihnen bereits im ersten Gespräch erörtern.

Abrechnung nach Zeitaufwand

Im außergerichtlichen Bereich können wir individuelle Honorarvereinbarungen mit Ihnen treffen und z. B. nach einem Stundensatz abrechnen. Die Stundensätze sind entsprechend des Aufwandes sehr unterschiedlich. Häufig ist die Abrechnung auf Stundenbasis (Zeithonorar) für den Mandanten transparenter und kann besonders in Fällen, in denen wir voraussichtlich bei vielen Gesprächen anwesend sein müssen oder Reisen erforderlich sind, sinnvoller sein. Abgerechnet werden dabei alle geleisteten Tätigkeiten, so auch persönliche und telefonische Beratung, alle durch uns verfassten Schreiben sowie alle notwendigen Gespräche mit anderen Parteien, die zur Klärung des Falles beitragen.

Abrechnung nach Gebührenverordnung

Die Anwaltskosten berechnen sich grundsätzlich - also wenn nichts anderes vereinbart ist - nach der Gebührenverordnung für Rechtsanwälte, dem sogenannten Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) und den dazugehörigen Gebührentabellen. Häufigste Gebührentatbestände im Zivilrecht sind die Geschäfts-, Verfahrens-, Termins- und Einigungsgebühr, die Auslagen sowie die MWSt. Entscheidend für deren Höhe ist der Streitwert Ihrer Rechtsangelegenheit. Je höher dieser Streitwert ist, desto höher sind auch die Anwaltskosten. Die Werte sind tabellarisch gestaffelt. Mehrere Gebühren können je nach Tätigkeit nebeneinander anfallen.

Abrechnung nach Pauschalhonorar

In bestimmten Situationen kann es für Sie auch günstiger sein, eine andere Abrechnungsvariante zu wählen - das Pauschalhonorar. Dabei haben Sie von Anfang an eine fixe Kalkulationsgrundlage. Diese Art der Abrechnung ist z. B. sinnvoll bei begleitenden Gründungsberatungen, Firmenverkäufen oder Zukäufen. Aber auch in Urheberrechtsfällen (z.B. Abmahnung wegen wettbewerbswidrigem Verhalten) bietet es sich an, nicht nach den grundsätzlich hohen Gegenstandswerten (oft ab 5.000 €), sondern nach Pauschalen abzurechnen.

Die Erstberatung

Bevor es zu einer anwaltlichen Beauftragung kommt, erfolgt grundsätzlich eine Erstberatung. Bringen Sie hierfür stets alle bereits angesammelten Dokumente, Beweismittel und Ähnliches mit. Gleichgültig wie lange dieses Gespräch dauert, darf ein Rechtsanwalt gegenüber sogenannten Verbrauchern maximal 190,-€ (zzgl. MwSt) in Rechnung stellen. für Gewerbetreibende sind liegt diese mögliche Maximalgebühr höher.

Beratungshilfe

Wenn Sie bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschreiten, kann Ihnen der Staat bei der Durchsetzung Ihrer Ansprüche helfen. Für die Beratung beim Rechtsanwalt erhalten Sie dann von der jeweiligen Rechtsantragsstelle bei Ihrem Amtsgericht einen sogenannten Beratungshilfeschein.

Einen solchen Antrag auf Beratungshilfe erhalten Sie beim Amtsgericht.

Prozesskostenhilfe

Mit diesem Beratungshilfeschein haben Sie Anspruch von einem Rechtsanwalt Ihrer Wahl beraten zu werden. Diese Beratung kostet Sie dann nur noch eine Zuzahlung von 10,-€. Sollte sich nach der Erstberatung herausstellen, dass Ihrer Erfolgschancen vor Gericht durchaus positiv sind, kann Ihnen der Staat bei den nun anfallen Kosten erneut helfen. Diese Kostenhilfe nennt sich Prozesskostenhilfe (PKH). In einem eigenen Verfahren vor dem Amtsgericht wird vom Gericht entschieden, ob Ihnen Prozesskostenhilfe gewährt wird.

Diese Entscheidung bemisst sich nach Ihren Einkommens- und Vermögensverhältnissen und nach den Erfolgsaussichten Ihrer Klage. So wissen Sie bereits im Vorfeld, wie Ihre Chancen stehen, Ihr Recht durchzusetzen. Prozesskostenhilfe ist nur eine Art zinsloses Darlehen. Die Justizkasse überprüft auch noch weitere 4 Jahre Ihre Einkommensverhältnisse. Dazu werden Ihnen jährlich Formulare ähnlich dem ursprünglichen Antrags-Formular zugeschickt, die ausgefüllt zurückgeschickt werden müssen. Prozesskostenhilfe kann, je nach Einkommen im Verhältnis zum Streitwert, mit und ohne Ratenzahlung bewilligt werden.

Einen Antrag auf Prozesskostenhilfe erhalten Sie beim Amtsgericht.

Rechtsschutzversicherung

Eine Rechtsschutzversicherung hilft in vielen Fällen weiter. Aber aufgepasst, die Versicherungen sind zum einen schon sehr unterschiedlich, wenn es darum geht, im Ernstfall eine Deckungszusage, also die Kostenübernahme, außergerichtlich oder bis zur 1. Instanz bzw. weiteren Instanzen zu erklären. Unterschiedlich ist auch das mitversicherte Risiko. Beispielsweise genügt bei Mietstreitigkeiten der einfache „Familienrechtsschutz“ nicht.

Falls Sie eine Rechtsschutzversicherung haben, prüfen Sie zunächst in Ihren Policen, ob es für Ihr aktuelles Rechtsproblem einen generellen Kosten- bzw. Deckungsschutz gibt. Auf jeden fall sollten Sie jedoch bei Ihrer Rechtsschutzversicherung eine Deckungsschutzzusage einholen. Hierfür genügt meist ein formloses Schreiben, indem Sie Ihrer Versicherung das Rechtsproblem kurz schildern und um Deckungsschutz aus Ihrer Versicherungspolice anfragen.